Doppelnaht. Zwei Tage lang. » 27. & 28.06.

Doppelnaht„Kleider machen Leute“?
Modische Auseinandersetzung mit dem Thema FAIR-WEAR im MARK.freizeit.kultur.
Freitag 27. & Samstag 28. Juni 2014

Anmeldung zu den Workshops unter office@marksalzburg.at

 „Ein starker Hustenanfall. Das ist meine erste Erinnerung. Eine arbeitende Frau auf einem Baumwollfeld mit Husten. Dann ein kurzer Schmerz vom Pflücken und Ohnmacht. Es folgt eine Spinnerei, noch mehr Fabriken, Geschrei und schließlich der Transport in ein Geschäft. Im Regal hat mich schließlich ein junger Bursche voller Freude gekauft. Getragen wurde ich noch nie.“ erzählt T-Shirt X.
Ähnliche Erinnerungen dürften wohl viele Kleidungsstücke in sich tragen. Schwierige und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Kleidung sind keine Seltenheit. Ebenso der unüberlegte Konsum und das Verlangen nach den neuesten Trends.
Das Thema Fair-Wear dominiert das Programm in der letzten Juni-Wochenende im MARK.freizeit.kultur. Mit dem Projekt „Doppelnaht. Zwei Tage lang.“ wird das Thema ‚Kleider machen Leute! Aber zu welchen Bedingungen?‘ genau unter die Lupe genommen.
„Mithilfe von Workshops wollen wir den bewussten Umgang mit Mode fördern. Zum Beispiel werden im Infoworkshop von Südwind am Freitag-Abend eigene Konsumgewohnheiten und Firmen gecheckt“, sagt Katharina Pichler, Projektleiterin.
Weiters gibt es noch den Nähworkshop „creativity for environment- aus Alt mach Neu“ (FR 15 – 18 Uhr und 18:30 – 21:30) und den Siebdruckworkshop, bei dem das eigene T-Shirt mit Motiven wieder aufgepeppt werden kann (SA 16 – 20 Uhr).
Die Dokumentation „Der Kleiderhaken. Die Schattenseiten des Freihandels in der globalen Bekleidungsindustrie.“ gibt einen Einblick in die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie, die sich seit Jahren im Umstrukturierungsprozess befindet.
Fünf verschiedene Designer stellen ihre Werke im Rahmen des Projekts aus. Birgit Kopp produziert selber Shirts für Babys und Erwachsene. Igou ist ein Label aus Salzburg und experimentiert mit Recyling-Materialien. „Die Textilkünstlerin Stephanie Müller hat bereits Preise mit ihren Bandagenkleidern, Arbeitsverweigerungskittel oder Knie_BHs abgeräumt. Da sind wir schon besonders gespannt“, erzählt Pichler.
Vanita Konrad haucht alten Jeans ein neues Leben als Polster, Schmuck oder Krawatte ein und die stillos(e) Textilwerkstatt ist das Nähmaschinenteam für freche und zeitlose Kleidungsstücke und Accessoires.

Ergänzt wird das Programm noch durch die politische Mundart-Pop Punk „wosisig“ am Freitag Abend um 21:30 und dem ersten Straßenfest in der Hannakstrasse 17 am Samstag, ab 12 Uhr Mittag. „Ein wirklich tolles Wochenende steht uns da bevor und wir hoffen auf viele Besucher, die sich mit dem Thema fair-wear auseinandersetzen wollen“, freut sich Gerd Pardeller, Geschäftsführer vom MARK.freizeit.kultur.

Programm Freitag 27. Juni

Programm Samstag 28. Juni


Logo-GiffisNähworkshop

Creativity for Environment – Aus Alt mach Neu! mit Verena Bratsch-Mayr

GiffisImmer mehr Dinge werden in der heutigen Zeit weg geschmissen – angefangen von Nahrungsmitteln in Supermärkten, da sie ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, oder auch Kleidung, weil sie nicht mehr modern ist, aber durchaus noch tragbar wäre.
Habt Ihr auch so ein Teil in Eurem Kleidungsschrank, das nicht mehr eurem Modegeschmack entspricht aber mit etwas Kreativität umgestaltet und somit noch getragen werden könnte? Im Workshop „creativity for environment – Aus alt mach neu“ designen wir gemeinsam unter Zuhilfenahme von Bambusstäben, Styroporplatten, Textilfarben, Scheren, Nähfaden, Stoffresten, Filz, Stofffarben, Alufolie, Perlen, Farbwalzen aus einem alten, selbst mitgebrachten Kleidungsstück dass ihr selbst auswählt etwas Neues! Gerne könnt Ihr auch selbst Materialien in den Kurs mitnehmen, die Ihr bei der Umgestaltung verwenden möchtet – vielleicht habt Ihr ja schon die ein oder andere Idee! Als kleine Anregung könnt ihr in dem Workshop aus einer alten Jeans eine Tasche gestalten, oder einfach nur diese Jeans aufpeppen. Oder ihr habt ein Kleidungsstück, dessen Stoff ihr gerne mögt, könnt ihr diesen z.B. mit Filz kombiniert zu einer Handytasche vernähen. Natürlich helfe ich euch mit meiner Nähmaschine über das ein oder andere Nähproblemchen hinweg oder stehe euch unterstützend bei der Umsetzung zur Seite! In diesem Sinne – gemeinsam kreativ sein – gemeinsam die Umwelt schützen!
www.giffis.at


Suedwindlogo_neu_schwarzweissInfoworkshop

Mode.bewusst: Leute machen Kleider von Südwind Salzburg mit Jonas Schultze-Naumburg, Corrina Zafaurek
Sportlich, extravagant, elegant, modisch – was man anzieht will wohl überlegt sein, denn unsere Kleidung vermittelt ihre Botschaft an unsere Umwelt. Was stellen wir dar? Wo gehören wir dazu? Welche Werte vermitteln wir mit unserer Kleidung?
Im Workshop nehmen wir unsere Kleidung unter die Lupe. Vom Baumwollanbau über die Arbeitsbedingungen der NäherInnen in den Fabriken bis zur fertigen Mode und darüber hinaus zum Altkleidungsstück . Wir machen den Firmencheck und überdenken eigeneKonsumgewohnheiten.
Südwind engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit im Bundesland Salzburg. Durch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit möchten wir das Bewusstsein für entwicklungspolitischen Themen stärken und den Informationsstand erhöhen.
www.suedwindsalzburg.at


SiebdruckwerkstattSiebdruckworkshop

Style your shirt
In dem Miniworkshop kann die Lieblingsklamotte, oder das eigene Einkaufssackerl, etc. mit verschiedenen Motiven aufgepeppt werden.
www.marksalzburg.at/raeume/siebdruckwerkstatt


birgitkopp_logoBirgit Kopp

Birgit KoppDie von der gebürtigen Innsbruckerin Birgit Kopp hergestellten T-Shirts für Babys, Kinder und Erwachsene zeichnen sich durch feinen Humor und „anziehende“ Lebenserfahrung aus. Ihre eigenen Ideen und Entwürfe werden von der Designerin selbst in liebevoller Handarbeit umgesetzt. Die Technik des Handsiebdruckes und Verwendung verschiedener Farbkombinationen machen jedes Shirt zu einem wahren Einzelstück.
Seit mittlerweile acht Jahren betreibt die Designerin ihren Shop „blickfang“, seit fünf Jahren in der Innsbrucker Altstadt. Von der Architektur kommend, begann Birgit Kopp ihre Designerlaufbahn mit selbst hergestellten und teilweise recycelten Wohnobjekten wie z.B. Magnettafeln, Couchtische und Sessel. Der erste Platz beim T-Shirt-Wettbewerb in Innsbruck 2007 war der Anfang ihrer Leidenschaft für textilen Siebdruck, welcher mittlerweile ihr größtes Tätigkeitsfeld darstellt.
www.birgitkopp.com


igoulogoigou

igouigou ist ein Label aus Salzburg, dass sich mit verschiedensten Materialien und Techniken beschäftigt, wodurch sich viele Ideen entwickeln und neue Wege erschließen lassen. Das „Handwerk“ ist unsere große Leidenschaft. igou steht nicht allein für diese Leidenschaft, sondern beschreibt ein ganzes Lebensgefühl. Dieses zeigt sich gerne auch im experimentieren mit recycling-Material. Dem Material wir dadurch eine neue Bedeutung und Funktion zugeschrieben. Dies ist ihr kleiner Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Lebensweise und Gestaltung.
www.igou.at


Denimalistic-LogoDenimalistic – new life for old jeans

Vanita Konrad designt Schmankerl für extravagante Fashion-LiebhaberInnen. Pölster, Schmuck, Krawatten, Fliegen und Taschen – und das alles aus alten Jeans hergestellt.
www.denimalistic.at


Rag_Treasure_Logorag*treasure

rag*treasure
Foto: Julia Rebecca Rotter

Mode, Kunst, Performance, Musik, Soziologie – in den Schnittstellen dieser Bereiche entspinnt sich der subversive Spielraum von Stephanie Müller.  Bandagenkleider, Arbeitsverweigerungskittel oder Knie-BHs: genau das, was nicht gerade nach dem glamourösen Material klingt, aus dem Kleiderträume gewöhnlich geschneidert werden, wird bei Steffis Projekt rag*treasure zu preisgekürten Unikaten (Baltic Fashion Award, Förderpreis für angewandte Kunst). Ihre Kostüme und Textilskulpturen kommen auch bei Performances, Foto-, Sound- und Videoprojekten zum Einsatz.
Beim Musikprojekt beißpony (Chicks On Speed Records) gibt Steffis Nähmaschine neben Schlagzeug, E-Piano, Gesang, Schreibmaschine, Spielzeugpistole, fahrbarem Stereostaubsauger und sprechendem Rock auch mit gebrochener Nadel den Takt an.
In Ausstellungsaktionen, Lehraufträgen, Workshopprojekten und Fachaufsätzen setzt sich die Münchner Sozialwissenschaftlerin und Textilkünstlerin kritisch mit Mode und Handarbeit auseinander und erforscht künstlerische Strategien an der Schnittstelle zwischem privaten und öffentlichen Raum.
www.ragtreasure.de


Stillosstillos

Aus alten, neuen, manchmal auch gebrauchten Textilien, Restbeständen und winzig kleinen Stoffresten werden von Rosa, Agathe und Kurt, dem Nähmaschinenteam, witzig freche, zeitlose, natürlich STILLOSe Kleidungsstücke & Accessoires genäht.   
www.stillos.at


wosisigKonzert „wosisig“

wosisig, eine Band mit starker Frontfrau, aber in erster Linie ein Kollektiv von 4 MusikerInnen, das vom ersten Moment an eine eigene musikalische Sprache entwickelt hat: rockig, ohne Gitarre, klassisch geschult und mit viel Gefühl für „Musik vom Land“. Mitreißend in Liveshows, mit der Protestsongcontest-Gemeinde auf FM4 und im Rabenhof schon voll auf ihrer Seite, bringen sie nun mit Walther Soyka als Produzenten auf der „Wödscheim“ (Release Herbst 2013) ihre Feinheiten zum klingen. Wosisig ist eine junge Band, mit viel Lebensgefühl, frech, poetisch und ansteckend. Wosisig ist eine politische Band, ohne Angst vor dem „Anecken“, die gut auf Inhalte oder Probleme aufmerksam machen kann (siehe „Erwin“, laut Dirk Stermann der „Protestsong, der am nächsten an Syrien liegt“) – und die Menschen dabei trotzdem zum tanzen bringt. Und wosisig ist eine Band „vom Land“, erfrischend unbeeinflusst von den gängigen Pop-Strömungen, und doch genau am Zahn der Zeit. “Politischer und punkiger Mundart-Pop, die Dresden Dolls aus Niederösterreich“ (Daniela Derntl, FM4) „Eine ausgeflippte Melange aus gesellschaftskritischen Mundart-Texten und schräger, punkiger Musik. Wosisig machen Musik, die Spaß macht, weil es Spaß macht.“ (Petra Ortner, mica) wahrscheinlich gab‘s noch nie so ungeschminkte Texte aus einem weiblichen Munde. Die kommen sowas von direkt aus dem Bauch. (pop info österreich)


 

Dokumentarfilm: Der Kleiderhaken.

Die Schattenseiten des Freihandels in der globalen Bekleidungsindustries.

Ob Takko, Adidas, Puma, H&M,… – sie lassen ihre Kleidung in Niedriglohnfabriken, auch Maquiladoras genannt, produzieren. Ca. 90 Prozent unserer Kleidung wird mittlerweile in Billiglohnländern hergestellt. Der Film gibt einen Einblick in die deutsche Textil– und Bekleidungsindustrie, die sich seit Jahren in einem anhaltenden Umstrukturierungsprozess befindet. Abbau von Arbeitsplätzen und Produktionsverlagerung in günstigere Länder kennzeichnen diese Entwicklung.
www.zwischenzeit-muenster.de/der-kleiderhaken.html


Straßenfest „Reclaim the Street“

Bands

  • Sativa Root (Stoner, Doom, Psych): Die Salzburger „Sativa Root“ lassen sich nicht auf ein Genre festnageln. Mit ihren sowohl atonalen, als auch melodischen Stücken, decken sie gleich mehrere Bereiche der Musik ab. Ihre Bandbreite reicht von fröhlichen 70er-Hippie-Band-Einflüssen, bis hin zum klassischen Wüsten-Sound des Stoner Rocks und noch düstereren Klängen.  SPIELEN AUS KRANKHEITSGRÜNDEN LEIDER NICHT.
  • RUFF I: „RUFF I“ ist vor allem auch als Mitglieder der Salzburger Band „Moby Stick“ bekannt. Sein erstes Soloalbum „RUFF TAP“ veröffentlichte der Sänger von Dub-A-Sense Records vor kurzem auf bandcamp.
  • Rosa Brown: Die bestechende Soulstimme von Rosa Brown hat schon viele in ihren Bann gezogen. Futuristischer Soul meets Triphop, Reggae streift Moombathon, übrig bleibt ein einzigartiges Sounderlebnis und Gänsehautgefühl. Als Mitglied der Musiccrew Tropical Bomb in Salzburg, die schon mit genreübergreifenden Soundvarietäten für Aufmerksamkeit sorgte, ist sie nun auch am Straßenfest zu hören.

DJ‘s

Stereofreezed Soundsystem:
DJ Diaz, Mr.Schindi, Janosch& Monoloco, Dcone, audi0pille, kill:ian, ehfik, Club 101 family
Das Salzburger non-profit Soundsystems ist ein Kollektiv aus 10 Personen von DJ‘s, Dekomachern, Siebdruckern, Soundboys mit selbst gebautem Soundsystem. Musikalisch haben sie fast alles mit in der Plattentasche, von Dub bis Jungle, Reggae bis Breaks, sowei Dubstep bis Footworkjungle. Es ist für jeden was dabei.

Weiteres Programm

Kindertisch mit Malen, Buttons machen, Kinderschmincken, Luftballontiere, Essen & Trinken