Die Gewinnerin von „Wir lesen uns die Münder wund“ 2016 steht fest!

Was war das für ein schöner Abend!

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Wir geben es offen zu: Wir haben ein wenig gefürchtet, dass der Start der Fußball-EM, die vielen Public Viewing-Angebote und das Interlab-Festival sich möglicherweise nicht so positiv auf unsere BesucherInnenanzahl auswirken könnten – umso größer war unsere Freude über den Andrang. DANKE an alle, die heute im Literaturhaus Salzburg waren!

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Birgit Birnbacher eröffnete den Abend als Gastautorin mit einem eindringlichen Auszug aus ihrem Debüt „Wir ohne Wal“, das im Herbst beim Jung und Jung-Verlag erscheinen wird – große Vorfreude & Empfehlung an dieser Stelle dafür!

Sarah Pfister, Luka Leben, Christopher Kurt Spiegl
Von links: Sarah Pfister, Luka Leben, Christopher Kurt Spiegl

Danach hatten die drei FinalistInnen jeweils zwanzig Minuten Zeit für ihre Texte – 20 x 3 sind 60 Minuten, plus die Lesung der Gastautorin – das ist viel vorgetragener Text am Stück, das könnte durchaus anstrengend für die Zuhörerinnen und Zuhörer werden. Es ist den heurigen FinalistInnen aber gelungen, keine Langeweile aufkommen zu lassen – so unterschiedlich die Texte und die Persönlichkeiten auch sind, sie alle haben es verstanden, das Publikum anzusprechen, unterschiedliche Saiten zu berühren, zum Lachen oder zum Nachdenken zu bringen.

Beginnen wir in umgekehrter Start-Reihenfolge:

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Sarah Pfister nahm das Publikum mit auf einen wirren Trip oder das, was davon noch erinnerbar war, irgendwo vor LA (oder auch nicht). Filmriss und Realitätsrekonstruktion waren aber nur Beiwerk für den eigentlichen Kern der Geschichte: Den schmerzlichen Verlust einer Freundin durch räumliche und (dadurch bedingte?) emotionale Distanz. Schon in den Vorrunden hatte Sarah das „Amerika“-Motiv anklingen lassen, heute widmete sie ihm einen längeren Prosatext und garnierte die Erzählung zum Abschluss mit Lyrik.

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Schmutzige Betrachtungen“ präsentierte Christopher K. Spiegl in seinem Text, der sich um Kult und (Vor-)Schein drehte. Analogien zwischen dreckigen und sauberen Stadtbildern kamen darin ebenso vor wie klassische Salzburg-Bilder (Fiaker & Touristengruppen) – auf unterhaltsame Weise mit einem leichten Ausflug ins Prätentiöse fühlte er dem sauberen Image dieser Stadt auf den Zahn.

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Als erste Lesende zog Luka Leben das Publikum mit ihrem Text „Muttersprache“ in ihren Bann. Drei Frauen, drei Generationen. Großmutter, Mutter, Tochter – in wechselnden Rollen, Heranwachsen, Sich-Lösen, Mutter und Tochter gleichzeitig sein, oder eben eines davon nicht mehr. In einzelnen Bildern, wie unter einem Vergrößerungsglas, schilderte Luka einzelne Szenen dieser nicht immer einfachen, oft wortkargen Beziehung. Eindrücklich, mit viel Gespür für wiederkehrende kleine Details und dabei „Bildgewaltig“ fand das die Jury und wählte Luka Leben zur Gewinnerin von „Wir lesen uns die Münder wund“ 2016: „Sie öffnet eine Tür und lädt uns ein, zuzusehen, hineinzugehen, da zu sein, ohne eine Interpretation aufzudrängen.“, meinte ein Jury-Mitglied in der Diskussion.
Damit hat Luka nun die Gelegenheit, gemeinsam mit dem MARK.freizeit.kultur & dem Verlag Neues Leben eine Publikation eigener Texte zu veröffentlichen – wir freuen uns darauf & gratulieren herzlich!

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Richtig rund wurde der Abend durch die musikalische Begleitung von Michael Martin – der die „Jury-Pause“ für das Publikum mit seiner Gitarre und seinen Liedern wie im Flug vergehen ließ.

Ein großes DANKE SCHÖN allen Beteiligten, ganz besonders dem Team vom Literaturhaus Salzburg, erostepost, Verlag & Buchhandlung Neues Leben, FS 1, die den Abend für die nächste Folge MARKtv dokumentierten, Alex & Alex fürs Moderieren des Fernsehinterviews, allen Lesenden, Michael Martin, den Jury-Mitgliedern Kurt, Stefan, Franziska & Katharina und last, but not least, vor allem Stefan B. Findeisl, als organisatorischem Mastermind & Zeremonienmeister.

Gute Nacht & auf ein Neues!
10.6.2016

(An das Fußballspiel haben wir dann tatsächlich erst nach unserem Finale wieder gedacht.)

Mehr Bilder vom Finalabend & den Vorrunden gibt es hier: https://www.marksalzburg.at/medien/fotos/

Hier geht’s zu mehr Infos über den Wettbewerb und die Gewinnerinnen der Vorjahre (2014, 2015).