Jahresschwerpunkt 2022 “Leben im Hybrid”

Der Jahresschwerpunkt im MARK lautet 2022 „Leben im Hybrid – zwischen digitalen und analogen Räumen“. Zwischen Mai und September finden eine Reihe von Veranstaltungen statt, die sich mit den unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung beschäftigen. Wir fragen, welche sozialen, politischen, persönlichen und künstlerischen Auswirkungen mit der Digitalisierung einhergehen, und wie dieser hybride Zwischenraum kreativ gestaltet werden kann.

Am 12. Mai wird der Jahresschwerpunkt eröffnet: Autor*innen aus der Apropos-Schreibwerkstatt lesen aus ihren Texten und geben einen Einblick in ihre Lebenswelt. Nach dem veganen Essen im Rahmen der Community Kitchen präsentierten die Bewegungsartistinnen Angela, Malin und Pamina eine Performance, die digitale und analoge Räume miteinander verbindet. Die Künstler*innen zeigen, wie durch die Digitalisierung geografische Grenzen zugunsten einer gemeinsamen Kreativität überwunden werden.

Der 13. Mai stand ganz unter dem Thema Kunst/Kultur im Hybrid. Die Verschiebungen in der praktischen Kulturarbeit und der Kunstproduktion vom analogen zum digitalen bzw. hybriden Zwischenraum führt u.a. zu einem Wandel des gängigen Kunst- und Kulturbegriffes, der verschiedene Herangehensweisen bündelt und Technik maßgeblich mitdenkt. Dorothé Smit (Center for Human Computer Interaction Salzburg), Thomas Diesenreiter (KUPF OÖ) und Lukas Gwechenberger (freischaffender Medien- und Konzeptkünstler) diskutieren unter der Moderation von Martina Fladerer (Wissenschaft & Kunst) wie die Digitalisierung unsere Wahrnehmung und Rezeption von Kunst und Kultur ändert und ob das digitale Kulturangebot sozial inkludierend ist. Im Anschluss präsentiert gold extra den Spielessay „The Fallen“, den das Publikum auch ausprobieren konnte. „The Fallen“ beschäftigt sich mit den Dynamiken des Kriegs in der Ostukraine, in dem es keine Held*innen gibt. Anders als bei Shooter-Spielen lernen Spieler*innen von den Lebensgeschichten der Personen, die im Spiel durch die Schüsse sterben.

Ein weiterer Programmpunkt findet am 30. Juni statt. Im Workshop „Weltsicht entwickeln“ von Südwind lernen wir die eigenen Bilder der Welt auf den Kopf zu stellen. Dass Digitalisierung bei der Konstruktion und Dekonstruktion von Weltbildern eine große Rolle spielt, wird den Teilnehmer*innen schnell bewusst. Über soziale Ungerechtigkeiten geht es im Anschluss auch während der Podiumsdiskussion zu Arbeit/Alltag im Hybrid. Ursula Maier-Rabler (Universität Salzburg), Carmen Bayer (Armutskonferenz Salzburg), Bernd Wimmer (AK Salzburg), Alina Kugler (Frau&Arbeit) und Ubbo Goudschaal (St. Severin) besprechen unter der Moderation von Magdalena Mühlböck (MARK Salzburg) die Konsequenzen der strukturellen Veränderung im Bereich der Arbeit und des Alltags, die mit der zunehmenden Digitalisierung einhergeht.

Die Podiumsdiskussion am 8. Juli fragt nach dem Einfluss der Digitalisierung auf unsere Sicherheit und Freiheiten in den hybriden Räumen. Agnes Menapace (Frauennotruf Salzburg), Conny Felice (HOSI Salzburg), Daniel Käfer (Club Commission) und Elisabeth Wieland (Mozarteum Salzburg) geben uns unter der Moderation von Alexandra Bründl (MARK Salzburg) interessante Einblicke in ihre Arbeit, die sich durch die zunehmende Digitalisierung maßgeblich verändert hat. Während digitale Plattformen zwar von Diskrimminierungen und Hate Speech betroffen sind, ermöglichen sie auch die Verbreitung von sensiblisierenden Diskursen und die Vernetzung von marginalisierten Personengruppen. Ein Clubbing der Nachtmusik-Crew beschließt den Abend.

Ein besonderes Highlight stellt schließlich das Queere Kurzfilm Fest dar, welches das MARK erstmals in Salzburg veranstaltete. Im Mittelpunkt standen Kurzfilme unterschiedlicher Genres, die queere Perspektiven und Ästhetiken betonen. Diese wurden sorgfältig vom Team des QFFM | Queer Film Fest München ausgewählt und kuratiert. Ein Diversity-Workshop der HOSI Salzburg führte in das Thema ein und machte das Publikum mit den wichtigsten Begrifflichkeiten rund um LGBTQIA+ vertraut. Darüber hinaus wurden an einem Verkaufsstand Pride-Produkte aus den Werkstätten der Lebenshilfe angeboten. Eine Drag Show von Magic Garage mit anschließender Aftershow Party bildete schließlich den Abschluss des überaus gelungenen Abends.

Der Jahresschwerpunkt „Leben im Hybrid“ umfasste verschiedene Veranstaltungsformate, die besonders auf die Partizipation der Besucher*innen ausgelegt waren. Ein niederschwelliges Diskussionsklima trug dazu bei, dass viele Personen mitsprechen und teilnehmen können. Wir bedanken uns bei allen Referent*innen, Künstler*innen und Kooperationspartner*innen sowie bei unserem Publikum.