MARKArt: Acrylic Pouring – ein Interview mit Ingrid Leitner

MARKArt ist ein ganzjährig stattfindendes Projekt im Barbereich des MARK Salzburg. Wir nutzen unsere kahlen (Ziegel-)Wände um sie (noch) unbekannten Künstler*innen zur Verfügung stellen um ihre Werke einem Publikum zu präsentieren. Jeden zweiten Donnerstag im Monat findet eine Vernissage statt – das Rahmenprogramm dieser wird je nach Lust und Laune der Austeller*innen gestaltet.

Am 13. Februar 2020 fand im MARK die Vernissage von Ingrid Leitner statt. Unsere Praktikantin Iris (I) hat die Gelegenheit genutzt um der Künstlerin Ingrid Leitner (IL) einige Fragen zu stellen. Das gesamte Interview könnt ihr hier nachlesen:

I: Liebe Ingrid stell dich doch bitte kurz vor.

IL: Mein Name ist Ingrid Leitner und ich wohne in Bad Ischl.
Hauptberuflich arbeite ich im Servicecenter eines Baumarktes. Meine Aufgaben dort sind Retouren und Bürotätigkeiten.

I: Und wie bist du dann zur Malerei gekommen?

IL: Ich habe im Internet geschmökert und dabei die „Acrylic Pouring“-Technik entdeckt.
Außerdem gehe ich gerne in der Natur spazieren und lasse mich dort inspirieren.
So entstehen Impulse und ich habe schließlich eine Motivation gespürt, dass ich das machen sollte.

I: Was macht man beim Acrylic Pouring genau? Kannst du die Technik beschreiben?

IL: Eigentlich ist das nicht richtig malen, sondern eine Schütttechnik.
Zuerst füllt man Farben in einen Becher und diese werden dann auf die Leinwand gegossen.

I: Seit wann machst du das jetzt schon?

IL: Das mache ich noch nicht lange, erst seit letztem Jahr.
Als ich mein erstes Bild gemacht habe war das sehr interessant. Der erste Versuch war nämlich für mich gar nicht gut und ich habe es zum Trocknen auf die Seite gestellt.
Später kam meine Mutter vorbei und fragte mich, ob ich das gemalt hätte. Sie sagte, dieses Bild beruhige sie total. So stellte ich fest, dass es für jeden etwas anderes ausstrahlt, weil jeder Mensch verschieden ist. Für meine Mutter war es in diesem die Ruhe.

I: Wie lange benötigst du in der Regel für ein Bild?

IL: Das ist ganz verschieden. Die größte Arbeit besteht darin, die Farben vorzubereiten. Dabei braucht man sehr viele Farben, ich nehme meistens zehn oder bei den Blauen vier bis fünf. Das muss man alles extra herrichten und sehr lange umrühren.
Die Kunst besteht darin, dass die Farbe nicht zu dünn oder zu dick sein darf. Wenn sie zu dick ist, dann verläuft sie nicht, wenn sie aber zu dünn ist, dann verläuft sie zu schnell. Hier muss sehr genau gearbeitet werden und das dauert dann schon so 45 Minuten bis ich die Farben alle fertig habe.

I: Drehst du das Bild dann, damit die Farbe zum Rand hin verläuft?

IL: Auch das ist ganz verschieden. Da gehe ich nach meiner Intuition.
Entweder ich schütte es von oben nach unten oder ich kippe den Becher einfach um, warte kurz und hebe ihn dann an. Dabei ergeben sich immer wieder neue Sachen.
Man verdreht die Farbe oder arbeitet mit Heißluft, sodass Zellen oder Blasen entstehen.

I: Wie würdest du deine Kunst beschreiben?

IL: Das ist eine schwierige Frage. Bei der Technik ist ja das meiste vorgegeben, aber das Ergebnis ist bei jedem Menschen anders und es ist jedes Bild ein Unikat.
Bei meinen Bildern kommt die Intuition von innen heraus, deshalb würde ich die Kunst als intuitiv beschreiben.
Es fließt auch sehr viel Seele von mir in meine Bilder ein.
Zudem beschäftige ich mich mit der universellen Energie mit der ich mich verbinde. Auch das ist in meinen Bildern zu sehen. So entstehen in manchen Gesichter, Figuren oder andere Dinge. Jeder sieht da etwas anderes und jeden spricht etwas anderes an.

I: Du gehst also spazieren, lässt dich dort inspirieren und Zuhause machst du dann ein Bild daraus?

IL: Ja genau. Ich sitze auch gerne am Wasser, daraus ergeben sich die blauen Bilder.
Es sind wirklich welche dabei, die mit der Energie des Wassers entstehen.

I: Du nimmt also die Energie von den Objekten auf, wenn du spazieren gehst und das fließt dann in deine Arbeit ein?

IL: Ja genau, so kann man das beschreiben.

I: Vielen Dank für das Interview.


Die Ausstellung von Ingrid Leitner ist noch bis Anfang März im Mark zu sehen.